Leitfaden Best Practices Valida

PhasenSchlüsselfaktorenIndikatoren
InformationDie Öffentlichkeit ist informiert über die Existenz, die Abwicklung, die Aufnahmebedingungen und die Finanzierung des Prozesses.Der Zugang zur Dokumentation ist öffentlich und allen zugänglich.
Es existiert eine öffentlich zugängliche Dokumentation.
Die Darstellung des Ablaufes ist verständlich für die betreffende Zielgruppe.
Qualifizerte Personen stehen für die persönliche Beratung über Zweck und Möglichkeiten des Prozesses zur Verfügung.
Die Qualifikationen der beratenden Personen sind festgelegt.
Die interessierten Personen sind in der Lage, die Bedeutung der vorliegenden Dokumente einzuschätzen.Die Unterschiede zwischen den am Ende des Prozesses ausgestellten Dokumenten (Qualifikationsbestätigung oder offizielles Diplom) und ihre Bedeutung sind erläutert.
Anmeldung Die Aufnahmebedingungen sind festgelegt.Es existiert ein Gesetz oder ein offizielles Reglement, das die Aufnahmebedingungen für die verschiedenen Angebote vorschreibt.
Die Kandidatin/der Kandidat erfüllt die erforderlichen Anforderungen.Eine qualifizierte Person überprüft die Entsprechung des Profils der Kandidatinnen/Kandidaten.
Die Kandidatin/der Kandidat ist über die Rekursmöglichkeiten und -wege informiert.
Die Unterstützung der Kandidatinnen/Kandidaten ist durch eine anerkennte Institution sichergestellt.Es existiert eine Liste der akkreditierten Institutionen und auch der Akkreditierungskriterien.
Ein Anmeldeformular definiert übersichtlich die Phasen, Modalitäten und die Kosten des Prozesses.
Den Entscheid zur Anmeldung fällt allein die betreffende Person.
Mit ihrer Unterschrift verpflichtet sich die Kandidatin/der Kandidat, die im Formular erwähnten Bedingungen zu akzeptieren.
Persönliche Anerkennung
(Selbstevaluation)
Die Person durchläuft einen inhaltlich, methodisch und zeitlich strukturierten Bilanzierungsprozess, um ihre formell und nicht formell erworbenen Kompetenzen zu ermitteln - und sie sich bewusst zu machen.Die Etappen der Bilanz sowie das Endprodukt sind definiert und dokumentiert.
Die Methode ist beschrieben.
Die Dauer der Bilanz erlaubt der Person die Reflexion über ihre Kompetenzen.
Das persönliche Dossier beinhaltet eine Beschreibung der Aktivitäten und der Kompetenzen der Person.Das Dossier enthält mindestens die folgenden Punkte:
- Ziele des Prozesses
- Inventar und Analyse der Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Ziel der Bilanz (beruflich, ausserberuflich und von der Ausbildung her)
- Synthese der Kompetenzen
- Persönliche Einschätzung der Kompetenzen, bezogen auf das spezifische Referenzsystem
- Nachweis oder Belege
Die Bilanz wird unter Supervision einer qualifizierten Fachperson ausgeführt.Die Begleitperson kann eine Grundausbildung im Bereich der Erwachsenenbildung, der Beratung oder der Human Ressources und spezielle Kenntnisse im Bereich der Kompetenzenbilanzierung oder des Portfolios nachweisen.
Sie hat selber ein Portfolio erstellt.
Der Personen- und Datenschutz ist gewährleistet.Der Schutz der Daten ist garantiert. Es besteht eine schriftliche oder mündliche Vereinbarung zwischen der Person und der Beraterin/dem Berater über die Teile, die durch Dritte einsehbar sind.
Die betroffene Person ist Besitzerin/Besitzer des Portfolios und kann frei über dessen Nutzung verfügen.
Institutionelle Anerkennung
(Fremdevaluation)
Dieser Phase muss eine persönliche Anerkennung vorangegangen sein.Die Kandidatin/der Kandidat hat sein persönliches Dossier nach den Richtlinien der Kompetenzen der angestrebten Berufsrichtung erstellt.
Der institutionellen Anerkennung liegt eine offizielle Regelung zugrunde.
Der Ablauf ist definiert.
Die institutionelle Anerkennung basiert auf dem persönlichen Dossier. Die Person wird keiner Prüfung unterzogen.
Diese Etappe besteht aus der Evaluationsphase, begleitet durch Expertinnen/Experten der betreffenden Berufsrichtung.
Die Rollen der beteiligten Personen sind definiert.
Die Fremdevaluation basiert auf klaren Vorgaben und definierten Methoden.Das Bezugssystem der Kompetenzen ist durch den betreffenden Berufsverband - oder in dessen Abwesenheit - von einer offiziellen Stelle erlassen worden. Die Evaluation zielgt darauf ab, die zusammengetragenen Nachweise zu prüfen und weitere Beweise zu erhalten.
Die Prüfungsmethoden, die von den Expertinnen/Experten gewählt werden, sind festgelegt.
Für die Bestimmung des Grades und des Umfangs der zu beherrschenden Kompetenzen sind Kriterien festgelegt.Ein Dokument beschreibt die betreffenden Kriterien.
Die Bedingungen und Kriterien der Fremdevaluation sind bekannt und dokumentiert. Strebt die Evaluation den Erwerb eines Titels an, sind die Evaluationskriterien identisch mit denen zum formellen Ewerb des Titels.Es existiert ein Handbuch, nach dessen Richtlinien die Evaluation ausgeführt wird.
Ein Abschlussrapport wird durch die Kommission erstellt, welche die Kompetenzen beurteilt.Der Abschlussrapport enthält eine Liste der Kompetenzen, die durch die Expertin/den Experten und/oder den Berufszweig, für die der Titel angestrebt wird, anerkannt wurden.
Die Evaluation wird durch qualifizierte und anerkannte Expertinnen und Experten durchgeführt.Die Expertinnen/Experten wurden durch den Berufsverband und/oder durch die betreffenden Ausbildungsinstitute ausgewählt. Sie sind von den kantonalen oder eidgenössischen Behörden anerkannt.
Die Expertinnen/Experten sind Fachleute der betreffenden Berufsrichtung.
Sie sind für die Evaluation nach den Prinzipien der Anerkennung und Validierung von erworbenen Kompetenzen ausgebildet.
Das Mandat der Expertinnen/Experten ist in einem Pflichtenheft festgeschrieben.Es existiert ein Pflichtenheft.
Validierung der erworbenen KompetenzenDie Validierung der nicht formell erworbenen Kompetenzen ist der offizielle Akt, der einerseits zur Anerkennung der Kompetenzen und andererseits dem Erwerb eines bestimmten Titels (Diplom usw) dient.
Die Validierung basiert auf einem kantonalen oder nationalen Gesetz.
Im Gesetz ist die Validierung nicht formell erworbener Kompetenzen explizit erwähnt und die zu erfüllenden Bedingungen präzisiert.
Der Validierung geht eine institutionelle Anerkennung voran.Die Person hat einen Evaluationsprozess durchlaufen, der von einem oder mehreren Expertinnen/Experten der betreffenden Berufe begleitet wurde.
Sofern die vorgelegten Nachweise das Niveeau des angestrebten Titels bestätigen, ist die Person von der Prüfung dispensiert. Sie erhält ein offizielles Dokument (Bsp. einen Qualifikationsausweis) der einer bestandenen Prüfung gleichwertig ist.Die Nachweise wurden durch eine Expertin/einen Experten des betreffenden Berufs begutachtet.
Das Zertifikat wird durch die kantonale Behörde ausgestellt.
Die Validierung wird beglaubigt durch eine Kommission für die Validierung nicht formell erworbener Kompetenzen.Die Kommission zur Validierung erworbener Kompetenzen stetzt sich zusammen aus Vertretern der kantonalen Behörden, der betreffenden Berufsverbände, der Berufsbildungszentren und Experten der Branche sowie, zu Beratungszwecken, der Institution, die mit der Begleitung des Prozesses betraut ist.
Die Validierung der nicht formell erworbenen Kompetenzen dient auch als Anreiz zur formellen Weiterbildung.Für die noch fehlenden Kompetenzen empfiehlt die Kommission zur Validierung nicht formell erworbener Kompetenzen die noch nötigen Ausbildungselemente.
Es existieren Rekursmöglichkeiten.Die Rekurswege sind in den öffentlichen Dokumentationen beschrieben.
ZertifizierungDer Ausweis kann ganz oder zu Teilen durch die Validierung nicht formell erworbener Kompetenzen erworben werden.Ein Reglement regelt und ermöglcht die Validierung nicht formell erworbener Kompetenzen.
Der verliehene Titel ist identisch mit demjenigen, der über den traditionellen (formellen) Bildungsweg erworben werden kann.Der verliehene Titel ist absolut gleichwertig, wie derjenige, der über den traditionellen Bildungsweg erworben wird.
Allfällig fehlende Kompetenzen erwirbt sich die Person durch eine entsprechende formelle Weiterbildung.Die noch nötige formelle Weiterbildung ist geplant.